Endodontie - Die Lehre vom Zahninneren (griech.)

Das Innere eines Zahnes besteht aus Nerven, Blutgefäßen und anderen speziellen Zellen, die dafür sorgen, dass ein Zahn vital bleibt und sich bei Schäden von außen regenerieren kann. Diese Gefäße und Nerven reichen von der Zahnkrone bis in die Wurzelspitze des Zahnes.


In manchen Fällen (z.B. ein großer Defekt durch eine Karies) reicht die Abwehrkraft des Zahne nicht mehr aus, um sich zu regenerieren.

Sobald ein Zugang von der Mundhöhle zum Inneren eines Zahnes besteht, dringen Bakterien, die jeder Mensch in der Mundhöhle hat in den Zahn ein. 

Im Inneren des Zahnes können diese sich besonders gut einnisten und fortentwickeln. Im schlimmsten Fall mutieren diese Bakterien und führen zu einer schweren Entzündung im Kieferknochen (Zahnabszess), da das körpereigene Immunsystem diese nicht mehr im Griff hat. 


Die akute Phase drückt sich hierbei in Zahnschmerzen aus. Nach einer bestimmten Zeit lassen die Schmerzen nach, da das Immunsystem geschlagen ist. Nun infizieren diese Bakterien das gesamt Kanalsystem des Zahnes und entzünden den Kieferknochen. Diese Entzündung schreitet, zumeist unbemerkt, immer weiter fort und kann auch sensible Strukturen im Gesichtsbereich (z.B. andere Zähne, Knochen) verletzen.

Spätestens jetzt ist professionelle Hilfe für Sie und Ihren Zahn nötig!


Doch so lange sollte man nicht warten. Ein Eingriff wird schon dann nötig, wenn das Innere des Zahnes sich entzündet hat oder abgestorben ist (Nekrose).

Das Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist es alle Bakterien und das infizierte Gewebe aus den Wurzelkanälen zu entfernen, die Wurzelkanäle zu desinfizieren und die Kanäle bakteriendicht zu verschließen.


Die Wurzelkanalbehandlung ist die letzte Chance den natürlichen Zahn zu erhalten. Die Alternative wäre die Extraktion, das bedeutet den Zahn zu ziehen. In diesem Fall müssen, um die Funktionalität des Gebisses zu gewährleisten und die Kiefergelenke langfristig korrekt zu belasten, aufwändigere Versorgungen (Brücke, Implantat) in Betracht gezogen werden. 

 

Ablauf der Wurzelkanalbehandlung

 

Beratung und eingehende Untersuchung

Aktuelle Röntgenbilder sowie eine symptombezogene Untersuchung des zu behandelnden Zahnes sind Grundlage für unsere Beratung über Prognosen der Therapie und Behandlungsalternativen.

 

Behandlungstermine

In der Regel benötigen wir pro Zahn zwei Behandlungstermine. Diese dauern je nach Zahn zwischen 1 und 2 Stunden. Eine individuelle Planung erfolgt am Beratungstermin.

 

Die Therapie
Der zu behandelnde Zahn wird vor dem Eingriff lokal betäubt, so dass Sie von dem Eingriff nichts spüren. In einigen Fällen wird während der Behandlung der Zahn durch ein Gummituch (Kofferdam) isoliert. Dies ermöglicht ein sauberes, übersichtliches Arbeiten und schützt Sie vor Instrumenten (Aspiration) und schlecht schmeckenden Spüllösungen.


Die Wurzelkanalbehandlung wird mit Hilfe eines speziell für solche Zwecke angefertigtes elektrisch betriebenes Aufbereitungsinstrument durchgeührt (VDW GOLD Reziprok). Dadurch ist es uns möglich feinste Strukturen des Wurzelkanalsystems sanft zu reinigen, aufzubereiten, zu desinfizieren und bakteriendicht zu verschließen.

Dabei muss die Wurzelfüllung individuell an jeder Zahnwurzel angepasst werden. Hierzu wird die Wurzelkanallänge elektrometrisch gemessen und durch digitale Röntgenbilder kontrolliert.


Besonders wichtig für den Erfolg der Wurzelkanalbehandlung ist die komplette Aufbereitung und Desinfektion des gesamten Wurzelkanalsystems, also bis zur Wurzelspitze. 


Die Desinfektion erfolgt mit verschiedenen Desinfektionslösungen, welche in kleinsten Verästelungen des Wurzelkanalsystems und in tieferen Schichten des Zahnes wirken.


Durch die Wurzelfüllung wird das Wurzelkanalsystem Bakterien und flüssigkeitsdicht verschlossen. Dieser Vorgang ist, neben der Desinfektion der wichtigste Bestandteil der 2. Behandlungssitzung.

Hierzu wird die Zahnwurzel mit Guttapercha (Saft einer Baumart aus Malawi) gefüllt. Durch Erwärmung wird dieses Material fließfähig und lässt sich einfach und sicher in alle Bereiche des sauberen Kanalsystems einbringen. Als letzter Schritt wird die Zahnkrone mit einer bakteriendichten und stabilen Zahnfüllung verschlossen. 

So vorbereitet kann der Zahn wie es dem Regelfall entspricht mit einer Krone versorgt werden.


Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Schmerzlose Behandlung durch die örtliche Betäubung und moderne Behandlungsgeräte
  • Ihr natürlicher Zahn bleibt erhalten
  • Teure und aufwändige Alternativbehandlungen bleiben Ihnen erspart